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Kiel um 1820 - Ein Reisebericht von J. Taillefas (6)


1. Düsternbrook | 2. Alt-, Vorstadt | 3. Schloss(garten) | 4. Uni | 5. Ostufer | 6. Umschlag | 7. Hafen

Der Kieler Umschlag
Unter den Jahrmärkten ist der Umschlag bekannt und berühmt. Das Wesentliche desselben besteht in der, auf die acht Tage nach dem Fest der heiligen drei Könige angesetzten Zahlungszeit, in den sogenannten Octavis trium regum. Der Adel und eine Menge Fremde von nah und fern füllen alsdann die Stadt. Fünf öffentliche Pharobänke, die Strafgeld, das den Armen zufällt, bezahlen, sind dann in den verschiedenen Gasthäusern vertheilt.

Eine Schauspieler-Gesellschaft, die für diese Zeit hier spielt, giebt Spectakelstücke und große Tragödien, Opern, Familienschauspiele und Kotzebuesche Schauspiele des guten Geschmacks, besonders aus seinen Almanachen, alles bunt durcheinander, nach besten Kräften, wofür denn auch applaudirt und herausgerufen, und wiederum, wenn die Aufführung nicht gefällt, gezischt und gepfiffen wird.

Zuweilen spielen auch fremde Schauspieler hier Gastrollen, die gewiß über Mangel an gastfreundschaftlicher Aufnahme nicht klagen dürfen. Denn wo eine Universität und ein so bedeutender Verein Gelehrter ist, darf jeder Künstler sich des gerechten Beifalls erfreuen. [...]

Des Geldes ist im Umschlage oft eine große Menge vorhanden - viele wichtige Käufe und Verkäufe werden geschlossen. Dragoner sichern in dieser Zeit die Landstraßen. Selten hört man von wichtigen Diebstählen und dann werden die Thäter auch fast immer aufgespürt.


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